Wegen des Daten-Skandals: Facebooks smarter Lautsprecher kommt später

Es sind keine einfachen Zeiten für Facebook, seit der Skandal um Cambridge Analytica so große Kreise zieht. Scheinbar hat das Unternehmen immerhin realisiert, dass man viele Dinge zu ändern hat, damit sich die zwei Milliarden Nutzer wieder sicher genug fühlen, um weiterhin ihre Daten dem blauen Riesen anzuvertrauen.

Unabhängig davon, dass sich in diesem Fall Cambridge Analytica falsch verhalten hat und Facebook ausgetrickst wurde, hat diese Geschichte offen gelegt, wo Facebook derzeit wirklich steht und dass der Schutz der Nutzerdaten nun wirklich nicht sehr weit oben auf der Prioritätenliste des Unternehmens stand.

All das wird Facebook möglichst schnell in den Griff bekommen müssen, damit die User nicht scharenweise die Plattform verlassen, die zumindest aktuell noch von mehr als zwei Milliarden Menschen bevölkert wird. Facebook weht ein eisiger Wind entgegen und sehr viele Augen werden spätestens ab jetzt sehr genau auf jeden Schritt gerichtet sein, den Facebook unternimmt.

Da verwundert es ehrlich gesagt nicht besonders, wenn Bloomberg nun berichtet, dass das Social Network seine Pläne bezüglich smarter Lautsprecher in der Art von Amazon Echo erst einmal auf Eis legt. Wir haben eigentlich erwartet, dass Facebook die Speaker — einen mit und einen ohne Display — im Mai im Rahmen seiner eigenen F8-Konferenz enthüllt und dann später im Herbst in den Handel bringt.

Angesichts der aktuellen Debatte habe sich Facebook laut Bloomberg aber dazu entschieden, erst einmal abzuwarten und die Hardware erst später anzubieten. Das ist ganz sicher nicht die dümmste Idee, denn die Leute sind aktuell eh schon skeptisch genug. Die Präsentation einer ständig zuhörenden Hardware, die sich die Facebook-Nutzer ins Wohnzimmer stellen, wäre zu diesem Zeitpunkt geradezu absurd.

Nach wie vor hält sich die Verschwörungstheorie hartnäckig, nach der Facebook uns über die Mikrofone unserer Smartphones eh schon belauscht und die gesammelten Informationen nutzt, um uns mit passender Werbung zu versorgen. Daran lässt sich ablesen, dass eine von Facebook selbst angebotene Hardware mit ständig zuhörenden Mikrofonen derzeit einen denkbar schweren Stand haben dürfte bzw. strategisch einem wirtschaftlichen Selbstmordkommando gleichkommen würde.

Wie Bloomberg weiter mit Verweis auf die nicht genannten Quellen berichtet, will Facebook mit der Verschiebung dieses Releases die ganze Geschichte jedoch nicht einfach aussitzen, bis sich die Wogen geglättet haben. Vielmehr möchte man die beiden Speaker noch einmal gründlichst unter die Lupe nehmen und sie einer eingehenderen Prüfung unterziehen, um sicherzustellen, dass Facebook bei den Nutzerdaten die richtigen Kompromisse eingeht.

Also wenn ich Mark Zuckerberg wäre, würde ich mich lieber komplett von der Idee verabschieden, in diesem Jahr einen solchen Lautsprecher auf den Markt zu bringen. Facebook genießt eh schon kein besonders großes Vertrauen und darüber hinaus sollte das Unternehmen signalisieren, dass sie wirklich verstanden haben, dass sich sehr viel zu ändern hat und man tatsächlich auf genau diese Änderungen fokussiert ist.

Quelle: Bloomberg via The Verge

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