Tödlich verunglückter Apple-Ingenieur beschwerte sich mehrmals über Teslas „Autopiloten“ [Update]

Update 31. März 2018 Der „Autopilot“ des verunglückten Model X sei zum Zeitpunkt des Unfalls tatsächlich aktiv gewesen, teilte Tesla nun auf dem Blog des Unternehmens mit. Nach Auswertung der Log-Dateien habe das System den Fahrer mehrfach aufgefordert, die Hände ans Lenkrad zu nehmen. Dieser habe mehrere visuelle und ein einzelnes akustisches Signal erhalten.

In den letzten sechs Sekunden vor dem Unfall habe es keinen Kontakt mit dem Lenkrad gegeben. Der Fahrer habe über eine Distanz von circa fünf Sekunden bzw. 150 Metern freie Sicht auf die Barriere gehabt, gegen die das Fahrzeug dann geprallt sei, habe aber in keiner Weise eingegriffen.

Tesla macht keinerleit Angaben darüber, mit welcher Geschwindigkeit und aus welchem Grund das Fahrzeug trotz aktivierter Systeme in das Hindernis gefahren ist. Stattdessen weist das Unternehmen darauf hin, dass der Glaube, der Autopilot sei nicht sicher, „schlimm“ sei, weil das System viele Unfälle verhindern könne. Der CEO Elon Musk hatte in einem ähnlichen Zusammenhang einigen Journalisten vorgeworfen, dass sie mit ihren kritischen Fragen und Berichten „Menschen töten“.

Original-Artikel vom 29. März 2018

Ein 38-jähriger Apple-Ingenieur, der am vergangenen Freitag bei einem Unfall mit seinem Tesla Model X tödlich verunglückte, soll den Händler mehrmals auf Probleme mit dem “Autopiloten” des Fahrzeugs hingewiesen haben. Wie der Nachrichtensender ABC7News unter Berufung auf den Bruder des Opfers berichtet, habe es sich um konkrete Beschwerden über das Verhalten des Fahrzeugs an der Stelle gehandelt, an der der Unfall geschah.

Ermittler des US-amerikanischen National Transportation Safety Board (NTSB) ermitteln zur Zeit, wie der Unfall tatsächlich abgelaufen ist. Noch ist völlig unklar, ob der sogenannte “Autopilot” des Fahrzeugs während der Fahrt und insbesondere unmittelbar vor dem Unfall überhaupt eingeschaltet war.

Tesla gab vergleichsweise früh eine Stellungnahme heraus, in der man einerseits auf das Fehlen der Daten aus der “Blackbox” hinwies. Andererseits betonte Tesla, dass die Unfallstelle seit 2015 rund 85.000 mal mit aktiviertem Autopilot passiert worden sei und dass es dabei niemals zu einem Unfall gekommen sei. Es habe, umgerechnet auf den zurückliegenden Zeitraum, über 200 erfolgreiche Autopilot-Fahrten pro Tag an dieser Stelle gegeben.

“Our data shows that Tesla owners have driven this same stretch of highway with Autopilot engaged roughly 85,000 times since Autopilot was first rolled out in 2015 and roughly 20,000 times since just the beginning of the year, and there has never been an accident that we know of. There are over 200 successful Autopilot trips per day on this exact stretch of road.” Tesla

Der Bruder des tödlich verunglückten Tesla-Fahrers gab an, das Unfallopfer habe das Fahrzeug sogar zu einer Reparatur beim örtlichen Tesla-Händler gebracht, statt sich auf Ferndiagnosen zu verlassen. Dort habe man das von ihm kritisierte Ausscheren des Fahrzeugs im Autopilot-Modus aber nicht nachvollziehen können. Obwohl der Mann schilderte, dass sich dder SUV in 7 von 10 Fällen falsch verhalte, habe man keinen Defekt diagnostiziert.

Tesla betonte, dass der Unfall so verheerend gewesen sei, weil es offenbar Probleme mit der Fahrbahn-Barriere gegeben habe, in die das Fahrzeug gefahren ist. Diese Barriere sei entweder entfernt oder nach einem früheren Unfall nicht wieder ersetzt worden. Als Beleg für diese Annahme verwies Tesla auf frühere Aufnahmen, die von Aufzeichnungen der Unfallstelle durch die Kameras anderer Fahrzeuge stammen könnten.

In früheren Berichten konzentrierten sich viele Medien auf die schwierig zu löschenden Batterien des Model X, die durch den Unfall in Brand geraten waren. Brennende Elektroautos müssen “anders” gelöscht werden als “normale” brennende Fahrzeuge, einige Rettungskräfte scheuen zudem die – tatsächliche oder vermeintliche – Gefahr von Stromschlägen beim Einsatz von Wasser.

In der vergangenen Woche war eine 49-jährige Fußgängerin von einem “autonom” fahrenden Testfahrzeug des Fahrdienstleisters Uber überfahren worden. Auch zu diesem Unfall dauern die Ermittlungen an. Bis zur Klärung der Frage, ob das Model X teilautomatisiert von Teslas Beta-Software namens “Autopilot” gesteuert wurde, gibt es keinerlei wie auch immer konstruierbaren Bezug zwischen den beiden Unfällen. Dennoch geriet Tesla auch in diesem Kontext in einen Strudel von schlechten Nachrichten, der den Börsenwert des Unternehmens in einer rasanten Talfahrt in den Keller schickte.

via abc7news.com

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