Sprint in die Zukunft: Robotershorts für Läufer

Forscher haben nämlich Robotershorts entwickelt, also Exosuit-Hosen, die beim Gehen und Laufen helfen. Angetrieben wird das mechanische Bewegungsgestell von einer Batterie, die sich um die Taille legt und ein Motor, der auf dem Rücken sitzt. Das Ganze wiegt nur etwa fünf Kilogramm und erkennt den Gang des Nutzers, um seine Leistung entsprechend anzupassen.

Gehen und Laufen sind aus biomechanischer Sicht sehr unterschiedliche Aktivitäten. Herkömmliche Exoskelette legen ihren Fokus entweder auf das eine oder andere. Die neue Robotershorts wird nun durch drei Sensoren unterstützt, die genau erkennen können, wie sich der Nutzer bewegt. Das hebt sie deutlich von normalen Exoskeletten ab.

“So I think it’s a step towards these devices not only helping with a single activity, but devices that eventually can help people in their everyday lives, in many different ways across many different activities.” Co-Autor Conor Walsh vom Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering in Harvard, USA.

In einem Paper, das am Donnerstag in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, schrieb das Team der Harvard University und der University of Nebraska Omaha, dass der Exosuit die durchschnittlichen Energiekosten für das Gehen um 9,3 Prozent und die des Laufens um 4,0 Prozent reduziert. Insgesamt hält die Batterie der Robotershorts übrigens für einen 10 Kilometer Lauf.

Doch wofür jetzt das Ganze? Ein normaler gesunder Mensch, wird kaum auf ein Exoskelett zum Laufen zurückgreifen, oder? Das Forscherteam stellt sich auch viel mehr den Einsatz im Militär vor. So könnten Soldaten beispielsweise bei Kampfeinsätzen unterstützt werden. Und natürlich untersucht man auch die Möglichkeit Schlaganfallopfer oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität in den Nutzerkreis aufzunehmen. Hier will man in Zukunft weiter forschen.

Die Forscher arbeiten mit einem kommerziellen Partner namens ReWalk Robotics zusammen, um die behördliche Genehmigung zu erhalten, ein Medizinprodukt in den kommenden Jahren auf den Markt zu bringen. Dieses soll dann für rund 30.000 US-Dollar verkauft werden. Doch auch eine nichtmedizinische Version ist geplant, die Fabrikarbeiter oder andere Berufsgruppen unterstützen könnte. Dieses Exoskelett wird dann von einem Start-up vertrieben, das im Herbst in Harvard an den Start geht.

Die Zukunft der Exosuits sieht das Team übrigens in “implantierbaren Neuroprothesen”, die direkt an das Nervensystem des Menschen angeschlossen werden. Gruselige, aber auch sehr spannende Vorstellung.

via: afp

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