Impossible Burger 2.0 – noch näher am “richtigen” Burger [CES 2019]

Die CES ist eine Messe für Verbraucher-Elektronik, aber erfreulicherweise leben wir ja in Zeiten, in denen sich die verschiedensten Produktsparten näher kommen. Auch Autos haben so längst ihre absolute Berechtigung auf so einem Event, ebenso wie smarte Fahrräder. Wieso sollte sich also Impossible Foods für den Launch seines Impossible Burger der zweiten Generation nicht genau diese Veranstaltung herauspicken?

Das ergibt sogar aus zweierlei Sicht Sinn. Einmal, weil eine CES eben auch eine Innovations-Messe darstellt und weil dort eben auch das Klientel herumspringt — Aussteller aus aller Welt, die schreibende Zunft, Tech-begeisterte Menschen — welches sich zumindest meinem Eindruck nach auch bei den Essgewohnheiten leichter mit Innovationen tut, als würde man seinen Stand in der Dortmunder Fußgängerzone vor Burger King aufbauen.

Kürzlich schrieb ich ja bereits über verschiedene Alternativen zu den Schweinen, Hühnern und Rindern, die wir so verzehren. Logisch, dass da auch Impossible Foods mit seinen fleischlosen Burgern eine entscheidende Rolle spielt. Immerhin bekommen es die Kalifornier hin, ein Patty zu produzieren, welches komplett auf Fleisch verzichtet, dennoch aber für ein zumindest Fleisch-ähnliches Burger-Erlebnis sorgt.

Fleischersatz, Labor-Fleisch, Insekten: Fleisch-Freunde, gewöhnt euch dran

Ich erzählte euch ja schon davon, dass ich vor einigen Wochen ein Meatball-Menü probieren konnte, welches auf den Impossible Meatballs basiert. Es schmeckte wirklich lecker, was aber natürlich auch daran lag, dass das ganze Menü u.a. mit einer köstlichen, sehr würzigen Sauce aufwarten konnte. Das Produkt selbst erinnert wirklich an Fleisch und auch, wenn es nicht exakt das selbe ist, ist es eine großartige Alternative für alles, was aus Hackfleisch besteht.

Dennoch gibt es immer noch viele Kritiker und Menschen, die mit dem Geschmackserlebnis bei den Impossible-Produkten unzufrieden ist — eben, weil es bei Geschmack und Struktur gegenüber dem “richtigen” Burger doch noch spürbare Unterschiede ist. Sowohl in der Headline als auch hier jetzt wieder habe ich das Wort “richtig” in Anführungszeichen gesetzt. Das ist im Grunde Quatsch, weil für mein Empfinden ein Veggie-Burger auch ein richtiger Burger ist, aber ihr wisst ja sicher, worauf ich hinaus will.

Impossible Foods hat jedenfalls auch den Weg zur CES gefunden und sowohl dort als auch auf dem Las Vegas Strip bei White Castle konnte man in diesen Tagen seine Zähne in den Impossible Burger 2.0 schlagen. Der will eben mit genau den Kritikpunkten aufräumen, die bei der ersten Generation des Burgers aufkamen. Auf dem eigenen Blog stellt man das neue Produkt auch vor und erklärt auch, was sich verändert hat:

Wir wollten das Nährwertprofil verbessern und taten genau das, indem wir ein neues Produkt mit weniger Kalorien, insgesamt weniger Fett, weniger gesättigten Fettsäuren und weniger Natrium lieferten. Wir tauschten das Weizenprotein gegen Sojaprotein – höherwertiges Protein nach PDCAAS (Protein Digestibility-Corrected Amino Acid Score) Standard – und reduzierten die Menge an Kokosöl unter Zugabe von Sonnenblumenöl.

Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder? Der Burger verzichtet auf das Tierleid und ist in der zweiten Generation sogar noch gesünder als sein Vorgänger. Durch das Verändern der Rezeptur ist das Produkt aber auch deutlich vielseitiger geworden und kann nun in nahezu jedem Rezept verwendet werden, welches Rinderhack vorsieht. Auch bei der Zubereitung ist man vielseitiger, so dass jeder diesen Hackfleisch-Ersatz zubereiten kann, egal ob auf dem Grill oder in der gusseisernen Bratpfanne.

Das ist auch notwendig, denn noch dieses Jahr wird der Impossible Burger seinen Weg in US-Lebensmittelgeschäfte finden. Zu den ausgewählten Restaurants, in denen ihr die Produkte bereits verzehren könnt, kommt also noch die Möglichkeit hinzu, den Fleischersatz zuhause zubereiten zu können.

Meiner Meinung nach sind das richtig gute Nachrichten, auch wenn wir hierzulande erst mal wieder in die Röhre schauen. Meines Wissens gibt es derzeit noch keine Restaurants in Deutschland, in denen man den Burger bestellen kann und so wird es sich auch mit den Lebensmittelgeschäften verhalten, die in unseren Gefilden fürs erste ohne Produkte von Impossible Foods auskommen müssen.

Unterm Strich ist es natürlich eine gute Sache, wenn das Rezept weiter verbessert wird und man dabei generell auf echtes Fleisch verzichtet. Dennoch entscheidet über den Erfolg und über die Akzeptanz unter Fleisch-Fans letzten Endes nur ein Burger, der seinem Rinder-Pendant wirklich nahe kommt.

Da kann ich hier auch noch hundert Mal drüber schreiben und euch davon vorschwärmen. Im Endeffekt muss man so einen Burger wohl selbst probieren um herauszufinden, ob man damit warm wird oder nicht. Aber zumindest gibt es schon erste Reaktionen von Menschen, die die neuen Impossible Burger verputzen konnten und die zeigen sich fast durch die Bank wirklich begeistert.

Auch — oder gerade — diejenigen, die den ersten Impossible Burger nicht mochten, konnten jetzt beim Verkosten in vielen Fällen überzeugt werden, auch in Zukunft wieder einen dieser fleischlosen Burger zu verzehren. Und David Lipman, der Chief Science Officer von Impossible Foods, kann auch ebenso simpel wie überzeugend begründen, wieso Produkte wie das seines Unternehmens die Zukunft sind:

Kühe schmecken immer noch genau so wie vor fünfzig Jahren, als Lipmans Vater das Fleisch in seiner eigenen Metzgerei verkauft hat. Das Fleisch ist also ein Produkt, welches sich faktisch über Jahrzehnte nicht verbessert hat (tatsächlich sogar eher verschlechtert, wenn man sich überlegt, welche Inhaltsstoffe man uns da teils unterjubelt in der Massenproduktion). Das Umwandeln von Pflanzen in Fleisch gelingt also den Tieren nicht. Weder wird das Fleisch leckerer noch die Produktion in irgendeiner Weise effizienter. Schlimmer noch: Die Tiere sind ja nicht einmal im Ansatz daran interessiert, dass sie wohlschmeckender werden für uns. Das ist so unglaublich einleuchtend, wenn man dann im Vergleich dazu sieht, welche Fortschritte Impossible Foods bereits in lediglich sieben Jahren machen konnte und das Ende der Fahnenstange ist ja längst nicht erreicht. Also selbst, wenn man alle Ethik-Fragen um das Schlachten von Tieren beiseite lässt, gibt es gute Gründe, wieso Produkte wie die von Impossible Foods die Zukunft der Ernährung sind.

Jeden Tag lernt das Unternehmen dazu, bastelt an der Rezeptur, experimentiert mit verschiedenen Zusammensetzungen und kommt damit dem typischen Geschmackserlebnis des Burgers mit Rinderhack näher und näher. Der Impossible Burger 2.0 soll viel saftiger und leckerer sein als der erste — und ganz ehrlich: Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Bock ich gerade habe, mir genau so einen Impossible Burger reinzuknuspern.

Quellen: Engadget, BGR

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