Frohe Ostern: Ich bräuchte mal eure Aufmerksamkeit!

Es ist Ostern, genauer gesagt Ostermontag. Für Christen ist es einer der wichtigsten Termine des Jahres. Immerhin wurde Jesus — so sagt man — nicht nur Karfreitag für die Menschheit geopfert und ans Kreuz geschlagen, sondern brachte laut Überlieferung anscheinend das Kunststück fertig, wenige Tage später wieder aufzuerstehen.

Für Atheisten wie mich ist es einfach nur ein langes Wochenende, welches ich entspannt zuhause verbracht habe bzw. mit Freunden in der Kneipe. Die zusätzliche Freizeit kann man prima dazu nutzen, Menschen zu sehen, die man lange nicht gesehen hat, sein Zimmer zu entrümpeln oder mal flott zwei, drei Staffeln der Lieblings-Serie durchzuprügeln.

Ich nutze diese Zeit aber auch dazu, noch ein wenig mehr zu lesen als sonst. Konkret bedeutet das, dass ich mich noch ein wenig gründlicher den Nachrichten aus aller Welt widme. Dass ich mir zu interessanten Themen mehr Hintergründe erschließe und endlich mal die ganzen lesenswerten Artikel durchlese, die ich bei Facebook, Pocket oder Refind gespeichert habe bzw. die seit Tagen schon ein Dasein als einer von drei Dutzend geöffneten Tabs in meinem Browser fristen.

Und genau das ist oft ein Problem für mich: Mehr Wissen zu einem Thema bedeutet für mich oft auch, dass ich das Elend der Welt noch deutlicher vor mir sehe, als es mir sonst schon erscheint. Zunächst denke ich da oft an die katastrophalen Zustände in Syrien, wo man in bestimmten Städten vermutlich gar nicht mehr auseinander halten kann, vor wem man sich nun am meisten fürchten muss: Vor Assads Truppen? Vor der Türkei? Vor dem sogenannten IS? Oder vor den vermeintlich helfenden Händen aus Russland, USA und vielen Ländern mehr, die aber ebenfalls dazu beitragen, dass das Elend des syrischen Volkes andauert oder gar verschlimmert wird?

Ich denke an die Krise im Gaza-Streifen und daran, dass ich hier seit Jahrzehnten hin und her gerissen bin, weil Menschen auf beiden Seiten so viel Leid widerfährt. Während Syrien und Israel/Gaza aber zumindest aktuell noch recht prominent in den Nachrichten behandelt werden, verschwinden andere Krisenherde fast völlig vom Radar. So spielt in den großen Nachrichten-Sendungen der Jemen aktuell überhaupt keine Rolle.

Das ist noch nicht mal eine Medienschelte, weil die Tagesthemen und das Heute-Journal eben in den paar Minuten nicht alles Elend der Welt erwähnen können. Drei Krisenherde hab ich aufgezählt und wir haben nicht mal angefangen zu diskutieren, was in Afrika passiert, wie der Kontinent auch (oder vor allem?) von uns westlichen Nationen ausgebeutet wird, wie Menschen in Nordkorea unter dem eigenen Regime leiden, wie unschuldige Rohingya getötet oder aus ihrer Heimat vertrieben werden.

Selbst, wenn man eine Handvoll übler Katastrophen aufzählt, kratzt man nur an der Oberfläche und hat sich noch nicht mal im Ansatz um die Probleme gekümmert, bei denen die Umwelt und/oder die Wirtschaft im Vordergrund steht. Dank des um sich greifenden Protektionismus u.a. in den USA und in China entwickelt sich die Menschheit teilweise sogar wieder zurück.

All das lässt mich manchmal ziemlich desillusioniert zurück, so dass man das Notebook auch unabhängig von Fake-News, Troll-Kolonnen und Daten-Skandalen einfach nur noch zuklappen und nie wieder öffnen möchte. Vor allem lässt es mich aber ziemlich hilflos zurück.

Was kann man bzw. was können wir tun?

Ich bin nicht behämmert, daher weiß ich, dass es die ganz einfachen Lösungen nicht gibt bzw. dass sie nicht funktionieren. „Einfach keine Waffen mehr exportieren“ klingt für mich zum Beispiel gefühlt richtig, ist aber im Grunde auch nicht viel weniger populistisch als alles, was irgendwelche fremdenfeindlichen Schwachköpfe am rechten Rand des Parteienspektrums so raushauen. Wirklich greifende Lösungen sind da wohl deutlich komplexer.

Meiner Meinung nach gibt es viel zu viele intelligente und empathische Menschen auf dieser Welt, als dass man die Dinge nicht mit vereinten Kräften angehen könnte. Bestes Beispiel gerade: Wie die Kids in den USA derzeit gegen die Waffen-Lobby mobil machen. Nie war es einfacher, sich zu organisieren und nie war es einfacher, mit seinen Ansichten und Ideen Menschen zu erreichen.

Deswegen nutze ich unser schönes Tech-Blog an dieser Stelle einfach mal aus, um euch um Hilfe und um eure Ideen zu bitten. Vermutlich gibt es ein ganzes Füllhorn an Ansätzen, wie man zumindest ein ganz kleines bisschen dazu beitragen kann, dass die Welt ein wenig besser wird. Man kann auf die Straße geben, um sich gegen irgendeinen Missstand zu positionieren. Man könnte selbst in die Politik gehen und versuchen, die Dinge dort selbst anzupacken.

Aber ganz ehrlich? Ich glaube nicht daran, dass ich in die Politik gehöre und auch nicht daran, dass man dort mehr werden kann als ein ganz kleines Zahnrädchen in der Lokalpolitik. Es gibt auch in Deutschland Politiker, die von ihren Ideen und Ansichten so ziemlich das vertreten, was ich mir generell von Politikern wünsche. Aber gegen die konservativen Betonköpfe scheinen diese wenig ausrichten zu können, wenn ich mir die Agenda der aktuellen Regierung anschaue.

Wie gesagt: Ich hätte gern eure Hilfe in dieser Frage und eure Ansätze. Denkt ruhig in jede Richtung, also meinetwegen auch über die genannten Lösungen „Selbst in die Politik gehen“ und „Demonstrieren gehen“. Aber ich möchte wissen, was man noch tun kann, weil ich mich nicht mehr damit abfinden möchte, dass wir „kleinen Leute“ hier eh machtlos sind.

Muss man Krisenherde besuchen, wie es beispielsweise ein Enno Lenze seit Jahren mit Feuereifer macht?  Von dort aus dann den Menschen zeigen, wie es tatsächlich vor Ort aussieht? Oder muss man — gerade als Blogger — mehr darüber berichten, wie man sich möglichst umfassend informiert, um eben nicht in die üblichen Fake-News- und Populisten-Fallen zu tappen?

Muss bzw. kann man selbst Spenden-Aktionen aufziehen? Ich spende auch durchaus selbst, verdiene aber nicht so viel Kohle, dass ich das Gefühl habe, meine paar Euro könnten wirklich was bewirken. Deshalb eben auch die Frage an euch und das auf diesem Blog: Weil ich gerne eure Tipps hätte, wie man seriös eine Spenden-Aktion aufzieht. Welche Seiten/Services kennt ihr und wo macht man sowas wirklich transparent und seriös?

Zu guter letzt könnten wir uns gemeinsam überlegen, um was man sich kümmern möchte. Will man dafür sorgen, dass ein paar Kinder mehr irgendwo in Afrika eine Schule besuchen können? Oder lieber darum, dass im Jemen oder in Syrien geholfen wird? Lasst mir in den Kommentaren einfach alles da, was euch einfällt:

  • Was fällt euch spontan ein, was man unternehmen könnte, um nicht nur ohnmächtig die Nachrichten zu verfolgen, sondern selbst was zu bewirken?
  • Welche Seiten und Apps gibt es, um unkompliziert und transparent eine Spenden-Aktion aufzuziehen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, mit Auktionen, Gewinnspielen oder ähnlichem die Industrie in irgendeiner Form mit einzubinden und so das Einsammeln von deutlich mehr Geld zu ermöglichen?
  • Welche Ideen habt ihr, um ein passendes Projekt zu ermitteln (oder selbst eins anzustoßen), bei dem unsere Hilfe am notwendigsten ist?

Wie gesagt: Denkt bitte in alle Richtungen, antwortet uns auf allen Kanälen, egal ob hier in den Comments, per Mail oder in den sozialen Medien. Teilt es, wenn ihr das Gefühl habt, dass wir hier etwas Tolles anstoßen können. Und wenn ihr selbst in einer Agentur oder bei einem Hersteller arbeitet, signalisiert uns gerne, wenn ihr euch an einer Aktion beteiligen würdet, wenn wir hier was auf die Beine stellen. Meldet euch übrigens auch gerne, wenn ihr selbst ein Blog habt und ihr glaubt, dass man sich hier zusammen in irgendeiner Form engagieren kann.

Mag sein, dass das alles eine Schnapsidee ist, aber das ohnmächtige Rumsitzen macht mich wahnsinnig. Ich habe weder genug Kohle noch genügend Macht oder Einfluss, um irgendwas Größeres bewirken zu können. Alles, was ich in die Waagschale werfen kann ist dieses Blog und damit verbunden die Möglichkeit, unsere Reichweite auszunutzen. Klar könnt ihr mir mal wieder erklären, dass sich ein Tech-Blog um neue Smartphones und Notebooks kümmern soll und nicht um Probleme der Welt.

Ich glaube aber, dass es durchaus richtig ist, wenn sich viele Menschen zusammen Gedanken machen und etwas Neues auf den Weg bringen. Selbst, wenn nur eine Familie in Syrien oder im Jemen durch unsere Hilfe weiter in der Heimat leben kann oder nur ein einziges Kind in Zentralafrika durch unsere Hilfe die Schule besuchen kann, hätte es sich meiner Meinung nach gelohnt. Also: Lasst mich wissen, was ihr von diesem Ansatz haltet und lasst mich vor allen Dingen wissen, was wir unternehmen können. Ich würde mir wünschen, dass wir tatsächlich alle zusammen was auf die Beine stellen können, was zumindest einen klitzekleinen Impact hat. Lasst uns also bitte zusammen brainstormen und alles an Ideen sammeln, was uns hier möglicherweise einen Schritt voranbringt.

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