Facebook plant Integration von WhatsApp, Instagram u. Facebook Messenger

Aktuell steht es ehrlich gesagt nicht besonders gut um Facebook: 2018 war ein Horror-Jahr, indem die Themen Hate-Speech, Datenmissbrauch und das Verbreiten von Fake-News immer wieder hochkochten und dazu führten, dass weltweit nicht nur Nutzer verstärkt darüber nachdenken, der Plattform den Rücken zu kehren, sondern sich auch Regierungen und Regulierungsbehörden ernsthaft mit dem blauen Riesen beschäftigen.

Nicht wenige glauben, dass man Facebook zerschlagen müsse, weil der Konzern zu groß, zu mächtig und zu unkontrollierbar geworden ist. Facebook selbst hingegen scheint in eine ganz andere Richtung zu überlegen, wie die New York Times aktuell mit Verweis auf nicht genannte Quellen aus dem Unternehmen berichtet. Dort ist nämlich zu lesen, dass Facebook plant, bis zum Ende dieses Jahres, spätestens aber Anfang 2020, die Dienste WhatsApp, Instagram und den Facebook-Messenger unter dem Facebook-Dach zu vereinen!

Immer wieder wurde spekuliert, ob Mark Zuckerberg einen solchen Schritt in Erwägung ziehen könnte, nachdem er sich für Milliarden-Summen sowohl Instagram als auch den Messenger WhatsApp einverleibt hat. Immer wieder wurde aber auch bekräftigt, dass alle diese Dienste unabhängig von Facebook autark weiterfunktionieren sollen.

Die NYT hat insgesamt vier Quellen im Unternehmen ausfindig machen können, die mit der Zeitung über die geplanten Änderungen zu sprechen bereit waren und die selbstverständlich allesamt nicht genannt werden wollen. Übereinstimmend erzählen sie aber immerhin, dass auch in Zukunft alle drei Services weiterhin eigenständig funktionieren werden, die zugrunde liegende Messaging-Infrastruktur allerdings vereinheitlicht würde.

Derzeit wären Tausende Mitarbeiter im Unternehmen damit beschäftigt, eine Neukonfigurierung der Funktionsweise von sowohl WhatsApp, Instagram als auch dem Facebook Messenger auf ihren grundlegendsten Ebenen vorzunehmen. Ein Vorteil dieser Neuausrichtung soll sein, dass darauf hin dann alle drei Dienste eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten würden, die derzeit nur bei WhatsApp vorzufinden wäre.

Welche Vorteile gäbe es noch für uns Nutzer? Zumindest mal die, dass ihr eine verschlüsselte Nachricht vom Facebook Messenger aus an jemanden schicken könntet, der lediglich über einen WhatsApp-Account verfügt. Ebenso wird spekuliert, dass in Zukunft dann Nutzer des Facebook Marketplace über WhatsApp kommunizieren könnten.

Die Vorteile, die diese Neuausrichtung dem Unternehmen Facebook bringen könnte, scheinen jedoch nicht so ganz offensichtlich auf der Hand zu liegen. So lässt sich auch erklären, dass Mark Zuckerberg innerhalb des Konzerns nicht nur Beifall findet für seine Pläne. Vorteile könnten sein, dass durch die engere Verzahnung künftig neue Dienstleistungen angeboten werden könnten oder neue, effektivere Werbe-Modelle denkbar werden.

Das muss sich dann allerdings erst noch zeigen und nicht nur die Instagram- und WhatsApp-Macher, die sich im letzten Jahr allesamt aus dem Unternehmen verabschiedet haben, sind wenig erbaut von dem, was sich Zuckerberg und seine Mannen da vorstellen. Mark Zuckerberg selbst, so äußern sich die Quellen, glaubt jedoch felsenfest daran, dass er den Nutzen des Netzwerks durch die Zusammenlegung erhöhen und die Milliarden Nutzer enger an sein Ökosystem binden kann.

Ich bin gespannt, wie diese Neuigkeiten in Deutschland aufgenommen werden, wo man in Sachen Datenmissbrauch eh nicht besonders gut auf Facebook zu sprechen ist. Aktuell reicht noch die Telefonnummer, um sich bei WhatsApp zu registrieren, während bei Facebook (eigentlich) Klarnamen-Pflicht herrscht. Wie das künftig geregelt wird, wie die Daten dann von einem Dienst zum anderen strömen — all das wird noch zu besprechen sein.

Selbst ranghohe Mitarbeiter des Unternehmens haben anlässlich einer Besprechung Anfang Dezember letzten Jahres bei Mark Zuckerberg wenig souveräne Gründe und Argumente für dieses Zusammenführen von Messenger, WhatsApp und Instagram erkennen können, verrieten die Quellen der New York Times.

Was da dran ist und wie Facebook auf diese Enthüllungen reagieren wird, müssen wir erst noch abwarten. Ich bin allerdings unabhängig von der Reaktion Facebooks sicher, dass die riesengroße Nutzergemeinde plattformübergreifend nicht sehr viel Begeisterung für Zuckerbergs Pläne versprühen wird.

Manches mal, wenn eine Änderung weltweit für Unmut gesorgt hat, ließ man sich dann auch belehren und schlug einen anderen Weg ein. In anderen Fällen saß man den Shitstorm einfach so lange aus, bis sich alle an eine Neuerung gewöhnt hatten. Mit dem Blick auf all den Ärger, den Facebook im vergangenen Jahr zurecht hatte, den skeptischen Beobachtungen durch Regierungen und Behörden weltweit und der generellen Skepsis vieler Nutzer am Facebook-Netzwerk bin ich höchst gespannt, wie sich diese Nummer weiterentwickelt.

Die Frage an euch: Wie würdet ihr denn reagieren, sollte es tatsächlich so kommen wie im NYT-Artikel dargelegt? Würdet ihr dem Netzwerk dann komplett den Rücken kehren? Würdet ihr euer Nutzerverhalten verlagern? Oder würdet ihr alles beim Alten belassen?

Quelle: New York Times

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