Elon Musk bohrt los: The Boring Company baut in Chicago

Wir haben schon viele Worte über Elon Musk verloren und es wird sich sicher auch in nächster Zeit nicht ändern, dass er ein Charakter ist, an dem sich die Menschen reiben. Die einen sind große Fans der Person und seiner Unternehmen Tesla, SpaceX oder auch The Boring Company, die anderen verteufeln ihn und halten ihn für einen der größten Schwätzer unserer Zeit.

Ich muss zugeben, dass ich irgendwo dazwischen stehe: Wenn er versucht, die Raumfahrt voranzutreiben oder mit dem Hyperloop ein ganz neues Transportmittel erdenkt, stehe ich applaudierend an der Seite. Wenn er allerdings in einer Konferenz Analysten düpiert oder in bester Trump-Manier die versammelte Presse anzählt, möchte ich lieber schreiend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Aber: Egal, was man von ihm hält — er denkt gerne mal „out of the box“, ist also in der Lage, ganz neue Wege zu sehen und diese in spannende Projekte zu verwandeln. Manchmal wirken diese Projekte, wie etwas, was lediglich aus einer Laune oder fixen Idee heraus entsteht. Beispielsweise, wenn er sich so über den Verkehr aufregt, dass er spontan beschließt, eine Firma zu gründen, die unterhalb der Highways Tunnel buddeln soll.

Der Tweet ist etwa eineinhalb Jahre alt. In der Zwischenzeit hat er tatsächlich die Firma „The Boring Company“ aus der Taufe gehoben, ließ eine entsprechende Tunnel-Bohrmaschine entwickeln und hat auch längst schon Test-Tunnel bohren lassen. Gerne möchte The Boring Company an der Ostküste einen solchen „Loop“ etablieren, den Zuschlag gab es nun aber erst mal woanders: Die Stadt Chicago hat dem Unternehmen den Auftrag erteilt, eine solche Trasse zu bauen, die die Innenstadt mit dem Flughafen verbindet.

Wie Bloomberg berichtet, hat sich The Boring Company dabei gegen verschiedene Bewerber durchsetzen können, im Laufe des Donnerstags wird die offizielle Ankündigung erwartet. Das Unternehmen von Musk hat derweil den Auftrag bereits auf Twitter bestätigt:

Die Kosten sollen knapp unterhalb einer Milliarde US-Dollar liegen und wie es heißt, werden die komplett von The Boring Company getragen. Im Gegenzug wird alles, was an Geldern eingespielt wird — vor allem durch die Ticketverkäufe, aber auch durch Verkäufe in den Shuttles und durch Werbung — an das Unternehmen gehen.

Im Gegensatz zum Hyperloop wird in dieser Röhre nicht auf ein Vakuum gesetzt, ansonsten will sich Elon Musk bei der Technik noch nicht völlig festlegen. Möglich, dass die Fahrzeuge auf Schienen unterwegs sein werden, eventuell aber eben auch nicht, ließ der exzentrische Milliardär unlängst verlauten.

Geplant sind jedenfalls gläserne Gefährte, die jeweils bis zu 16 Passagiere aufnehmen sollen und diese binnen 12 Minuten vom O’Hare-Flughafen nach Downtown bringen und umgekehrt. Das ist deutlich schneller als die U-Bahn, die etwa 40 Minuten für die Strecke braucht, allerdings auch etwas kostspieliger. Im Vergleich zu einer Taxifahrt sollen die Tickets aber nur die Hälfte kosten, also durchaus bezahlbar für jedermann.

Alles Weitere ist derzeit noch recht vage, es bleibt zu hoffen, dass im Rahmen der offiziellen Verkündung dieses Projekts auch weitere Eckdaten wie Baubeginn, geplante Bauzeit etc verkündet werden.

Bis hierhin können wir aber definitiv schon mal festhalten, dass Elon Musk zwar einer der größten Schwätzer unter der Sonne ist, er bei vielem aber auch tatsächlich Wort hält (auch, wenn es schon mal länger als angekündigt dauert). So wie der Hyperloop und seine Mars-Raketen sind auch diese Tunnels nun definitiv kein Hirngespinste eines spleenigen Milliardärs mehr — wir dürfen gespannt sein!

Quelle: Bloomberg via SZ

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