Duesenfeld: Nachhaltiges Akku-Recycling funktioniert eben doch

Nicht erst seit diesem Jahr tobt in den Kommentarspalten überall im Netz ein Krieg zwischen den Befürwortern von Elektrofahrzeugen und den Verfechtern der klassischen Verbrenner. Die E-Auto-Fans loben, dass elektrisch angetriebene Fahrzeuge gesünder für unsere Umwelt sind, Freunde der Autos mit Verbrennungsmotor verweisen darauf, dass vor allem die Batterien in diesen E-Fahrzeugen eben alles andere als umweltfreundlich sind.

Generell reibt man sich an diesen Akkus, die aus Umweltsicht betrachtet den Schwachpunkt der E-Autos darstellen. Das große Problem: Sie werden nicht nachhaltig recycelt. Nach ihrem Einsatz in den Fahrzeugen können diese Batterien oft noch einem weiteren Einsatzzweck zugeführt werden. Kürzlich berichteten wir zum Beispiel darüber, dass Nissan-Batterien gewährleisten, dass ein ganzes Fußballstadion mit Strom versorgt werden kann.

Wenn die Leistung aber mit den Jahren so weit zurückgeht, dass man diese Akkus nicht mehr nutzen kann, werden sie eingeschmolzen. Auf diese Weise kann man zumindest einige Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel trennen und erreicht damit eine sehr mäßige Recyclingquote von gerade einmal 25 Prozent. Der große Rest der Baustoffe wird dann in aufgegebenen Bergwerkschächten endgelagert.

Das führt dann zu der paradoxen Situation, dass das Recycling, welches ja eigentlich für Nachhaltigkeit steht, eine negative CO2-Bilanz vorweist. Ein konventioneller Recycling-Prozess setzt damit mehr CO2 frei als die Produktion der Batterien aus primären Quellen.

Dass es aber auch besser geht, beweist ein Unternehmen aus Niedersachsen. Bei Duesenfeld hat man ein ganz neues Verfahren etablieren können, welches deutlich nachhaltiger und effizienter funktioniert. Das deutsche Unternehmen bringt das Kunststück fertig, dass der Energieeinsatz deutlich reduziert werden kann, dass die CO2-Bilanz signifikant verbessert wird und zudem eine hohe Recyclingeffizienz erreicht wird. Auf der Duesenfeld-Seite listet das Unternehmen die Vorteile seiner Recycling-Technologie auf:

  • Mit Materialien aus dem Duesenfeld-Recycling lassen sich Lithium-Ionen Batterien mit einem bis zu 40 % geringeren CO2-Fußabdruck produzieren
  • Die Rohstoffgewinnung mit dem Duesenfeld-Recycling spart bis zu drei Tonnen CO2 pro Tonne recycelter Batterien im Vergleich zur Neugewinnung der Materialien aus primären Quellen ein
  • Gegenüber pyrometallurgischen Verfahren müssen beim Duesenfeld-Recycling keine Rohstoffe in Form von Baustoffen in aufgegebenen Bergwerkschächten endgelagert werden.
  • Durch die Elektrolytrückgewinnung des Duesenfeld-Recyclings entstehen keine giftigen Fluorverbindungen wie bei pyrometallurgischen Verfahren, die aufwändig nachverbrannt und gewaschen werden müssen.

Duesenfeld verzichtet also komplett auf das Einschmelzen und kann bis auf die Separatorfolien alles recyceln. Am Anfang des Verfahrens steht die Tiefentladung der Akkus. Dieser Strom wird sogar noch genutzt und zwar, indem man damit den Schredder betreibt. Danach wird dann manuell zerlegt: Plastikhalterungen, das Alu-Gehäuse und Kupferkabel werden in diesem Schritt sortiert, übrig bleiben die Batteriezellen, die dann geschreddert werden.

Beim eingesetzten Verfahren entsteht kein ätzender Fluorwasserstoff, der bei anderen Recycling-Prozessen erst aufwendig aus den Abgasen gefiltert werden muss. Der flüssige Elektrolyt wird erst verdampft und danach durch Kondensation zurückgewonnen. Das Unternehmen erklärt weiter: “Je nach Aktivmaterial können hier 85 Prozent bis über 95 Prozent des Lithiums aus dem separierten Kathodenmaterial zurückgewonnen werden. Mit dem Duesenfeld-Recycling können Kobalt, Nickel und Mangan wieder als Batterieaktivmaterialien verwendet werden.”

Unterm Strich kommt Duesenfeld mittlerweile nach eigener Aussage auf eine stoffliche Wiederverwertung von bis zu 96 Prozent, Lithium-Ionen Batterien erzeugen beim Duesenfeld-Recycling einen bis zu 40 % geringeren CO2-Fußabdruck. Das bedeutet dann letzten Endes, dass man mit einem Elektroauto eine 40% kürzere Strecke emissionsfrei fahren muss, um den ökologischen Break-Even zu erreichen.

Das zeigt uns, dass es eben doch möglich ist, diese Batterien nachhaltig zu recyceln und die Rohstoffe wieder zu nutzen. Der Haken an der Nummer ist lediglich, dass es für viele Unternehmen einfach unkomplizierter ist, neues Lithium fördern zu lassen, statt es zu recyceln. Hier müsste die Politik auch die entsprechenden Anreize schaffen bzw. Vorgaben auf den Weg bringen. Technisch ist es aber zumindest möglich, deutlich nachhaltiger und effizienter zu recyceln, als man es den Elektroautos gerne unterstellt.

Quelle: Heise.de und Electrive

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