Das Pflanzen von Bäumen könnte dem Ökosystem auch langfristig schaden

Leider muss ich in vielen von meinen Artikeln mit einer Phrase das Thema einleiten: Der Klimawandel und die Belastung unseres Planeten mit Treibhausgasen schreiten immer weiter voran. Erst vor wenigen Tagen brauchte die Welt die Ressourcen, die eigentlich für das gesamte Jahr 2019 vorgesehen wären (bei einem Planeten), komplett auf. Wir Deutschen leisten dazu einen großen Beitrag. “Unsere” Ressourcen für 2019 haben wir bereits im Mai verbraucht.

Teilweise bestehen bereits sehr gute Ideen, den Klimawandel aufzuhalten. Sei es durch neuartige Batterien oder die Speicherung von CO2 im Meer. In vielen Fällen scheitert es aber meist daran, dass die Methoden noch nicht ausgereift sind, oder sich schlicht kein Investor für den Umweltschutz findet. Auf einen Punkt möchte ich in diesem Artikel eingehen. Und zwar die Aufforstung von Wäldern. Denn auch, wenn der Vorschlag erst mal gut klingt, kann eine unbedachte Umsetzung unserem Ökosystem noch mehr Schaden zuführen.

Eine große Rolle für die Absorption von Treibhausgasen spielt dabei die Savanne. 20 Prozent der Erde sind von solchen Savannen und Graslandschaften besetzt. In den Böden der weiten, freien Flächen werden bis zu 30 Prozent der weltweiten CO2-Belastung gespeichert. Aber genauso wie der Verlust von Bäumen kann auch das Anpflanzen von diesen zum ökologischen Ungleichgewicht führen.

Die Tierwelt in den weltweiten Graslandschaften ist einzigartig (Bild: joel herzog)

Denn nicht alle Tiere und Pflanzen in den genannten Landschaften vertragen Schatten und mit Bäumen gesäumte Landschaften. Studien aus Südafrika, Australien und Brasilien deuten darauf hin, dass durch mehr Bäume die heute einzigartige Diversität aus Pflanzen und Tieren verloren gehen könnte. Ein Beispiel: Raubtiere könnten sich besser verstecken und den Bestand an Tieren, wie der Antilope oder dem Zebra radikal verkleinern.

Auch die Versorgung mit Wasser wird sich verschlechtern. Flüsse und Bäche könnten sich zurückbilden und in der Folge werden ganze Landstriche austrocknen. Neben den Tieren und Pflanzen würden vor allem auch die Einwohner der Gebiete nicht mehr an ihren Wohnorten überleben können und damit wäre auch eine neue Fluchtursache geschaffen (womit wir ein weiteres Problem unserer Zeit hätten).

Der Klimawandel sorgt für ein weiteres Problem: Die Flucht von Millionen Menschen (Bild: Rostyslav Savchyn)

Was ich damit nicht sagen will: Aufforstung ist ein schlechtes Mittel, um den Klimawandel zu stoppen. Denn aufgrund der einfachen Umsetzung und der vergleichsweise niedrigen Kosten könnten wir endlich ein Stück im Kampf für die Umwelt weiterkommen. Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist aber, wo wir diese Maßnahme einsetzen. Die bisherigen Überlegungen gehen nämlich in Richtung Grasland und Savanne.

Die durch das sich verändernde Klima zunehmende Katastrophen können wir nur verhindern, wenn wir nicht nur einen Schritt vorausdenken. Wir müssen mehre Schritte und langfristig in die Zukunft planen. Leider fehlt diese Denkweise nach wie vor bei den mächtigsten Politikern der Welt. Aber mit nicht zu ignorierenden Protesten, wie bei “Fridays for Future”, können wir dem Thema endlich vermehrt eine Bühne geben.

Quelle: Quartz

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