BMW und Daimler gründen Joint Venture für Ladestationen und Car Sharing

Seit nunmehr zwei Jahren gab es das Gerücht, dass BMW und Daimler ihre jeweiligen Carsharing-Marken DriveNow und car2go vereinen könnten. Zeitweise war es der Widerstand des Anteilseigners Sixt, der zusammen mit BMW den DriveNow-Service betrieben, der die Fusion verhinderte. Mal gab es kartellrechtliche Einwände gegen den Zusammenschluss der beiden Unternehmen.

BMW kaufte Sixt die Anteile ab und wurde Alleininhaber von DriveNow, spätestens seit diesem Zeitpunkt waren die Weichen gestellt. Wie sich nun herausstellt, soll die Joint-Venture vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden aber einen weitaus größeren Umfang haben als ursprünglich vermutet.

BMW und Daimler wollen sämtliche Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste in Zukunft gemeinsam betreiben. Alle Dienste für CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität sollen zusammengeführt werden.

Somi betrifft der Zusammenschluss auf der Grundlage einer 50:50 Kooperation die Dienste Car2Go und DriveNow, moovel und ReachNow, mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat, ParkNow und Parkmobile Group/Parkmobile LLC, sowie ChargeNow und Digital Charging Solutions, was wiederum zu recht beeindruckenden Zahlen führt.

  • Car2Go und DriveNow stellen gemeinsam 20.000 Car Sharing Fahrzeuge in insgesamt 31 Metropolen.
  • mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat haben gemeinsam rund 13 Millionen Kunden
  • ChargeNow und Digital Charging Solutions bieten mit rund 140.000 Ladepunkten das größte Netz an öffentlichen Ladestationen an.

Angesichts des weiterhin existierenden Wettbewerbs der beiden Automobilhersteller in allen anderen Bereichen dürfte die neue Kooperation äußerst spannend werden. Die gemeinsame Investition von BMW, Daimler und Audi in den Technologieanbieter HERE war bereits ein großer Schritt in diese Richtung und demonstrierte vor allem dem Silicon Valley und in den Markt drängenden asiatischen Diensten, dass die Autohersteller und weitere Partner auf Kooperationen und daraus resultierende Skaleneffekte setzen.

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Angesichts der Entwicklungen der vergangenen Jahre und der durchaus bekannten Expansionspläne vieler Unternehmen kann man davon ausgehen, dass sowohl BMW als auch Daimler das neue Joint Venture als Plattform für ihre Elektrofahrzeug-Flotten nutzen werden und mittelfristig dazu übergehen, ihre irgendwann vollautonom fahrenden Autos auf dem Markt zu etablieren.

Verschiedene Studien gehen davon aus, dass der Markt für Mobilitätsdienstleistungen bis 2025 auf ein Volumen von zwei Billionen US-Dollar wachsen könnte. Zudem winken in diesen Geschäftsbereichen Gewinnmargen, die weit über den den üblichen Spannen im Automobilsektor liegen, nun bringen sich die ersten Anbieter in Stellung.

Während einige Hersteller ihre eigenen Dienste starten und – wie im vorliegenden Fall – eventuell zusammenführen, konzentrieren sich andere Hersteller auf Investionen oder gar die vollständige Akquisition bestehender Dienste. Wiederum andere gehen Partnerschaften ein, deren weitreichende Dimension anfangs nicht immer abzusehen ist.

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