Amazon-Mitarbeiter sollen durch Minispiele wieder motivierter arbeiten

Eine Firma, die bei Angestellten nicht gerade zum Liebling gekürt wird, ist Amazon. Der amerikanische Logistikriese fällt immer wieder aufgrund seiner schlechten Arbeitsbedingungen auf. Jetzt will man die Mitarbeiter für ihren Job mehr motivieren und gleichzeitig die Performance der Angestellten steigern.

Konkret geht es darum, dass die Mitarbeiter einen Bildschirm neben ihrem Arbeitsplatz installiert bekommen. Auf diesem werden dann Minispiele gestartet, die zu neuen Höchstleistungen motivieren sollen. Denn je mehr Punkte im Spiel erzielt werden, desto besser schneidet man auch gegenüber Kollegen ab.

Diese sogenannte Gamification ist in unserem Alltag nicht wirklich neu. Jeder von uns hat täglich mit einer Art des spielerischen Arbeitens zu tun. Ein Beispiel hierfür sind unsere Smartphones und Smartwatches, die unsere Aktivität aufzeichnen und uns anzeigen, wie sich nach und nach eine Art Fortschrittsbalken füllt. So bleibt das Durchhaltevermögen vorhanden und unser Aktivitätslevel steigt mit jedem Tag.

Bereits heute zeigen uns verschiedenste Apps unseren Fortschritt an. Und motivieren uns damit noch mehr.

Aber zurück zu Amazon. Hier heißen die motivierenden Spiele “Picks In Space”, “Mission Racer” und “Castle Crafter” und haben logischerweise das Ziel, dass die Mitarbeiter ihre Effizienz deutlich erhöhen. In einem Warenhaus haben Manager bereits ein Prämiensystem eingeführt, sodass es für besondere Leistungen kleine Preise, wie Trinkflaschen und T-Shirts gibt.

Wenn es nach Forschern geht, dann dürfte die ermöglichte Nebenbeschäftigung Aufgaben sinnvoller und motivierender aussehen lassen. Aber es gibt Grenzen. Wird die Spielerei zu anstrengend, dann wird diese als zusätzliche Arbeit angesehen und schickt den Mitarbeiter in ein Motivationstief.

Bisher geplant ist der Einsatz der Technik in 5 Lagern in den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Sollte sich die Spielerei als Erfolg erweisen und sowohl die Produktivität, als auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigen, dann steht wohl einem weltweiten Einsatz nichts mehr im Wege. Aber wie bei vielen Optimierungsmaßnahmen ist letztlich der Optimierte (also der Mitarbeiter) die Basis für ein weiteres Vorgehen.

Einen Plan B hätte Amazon da noch. Das Unternehmen stockt gerade massiv die Anzahl an Robotern in den Logistikzentren auf. Diese automatisieren bereits heute einen Großteil der Arbeit, benötigen aber nach wie vor menschliche Unterstützung. In 10 Jahren könnte dies aber laut dem Konzern schon anders aussehen.

Ich bin schon gespannt, wohin eine solche Politik führen wird. Klar ist es positiv aufzufassen, wenn ein doch sehr monotoner Job durch virtuelle Spiele motivierender gestaltet werden soll. Aber auf der anderen Seite bleibt es halt nur ein monotoner Job. Natürlich betont Amazon hier überwiegend den Nutzen für die Mitarbeiter. Der Konzern hat aber sicherlich im Voraus geprüft, ob die Verbesserung sich schnell amortisieren kann und erwartet daher bestimmt schon heute eine deutlich höhere Effizienz bei seinen Mitarbeitern.

Quelle: The Verge

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